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25.10.2011

Mauerpark 2010 – Ein kleiner Rückblick

„ Der Mauerpark ist eine typische Berliner Sehenswürdigkeit: Hier gibt es weder eine Mauer noch einen Park“- Vladimir Kaminer

 Auf Berlins jüngstem Flohmarkt hat sich in den Jahren was getan. Als Neueinsteiger gefeiert ist der Mauerpark zum jungen alten Hasen verkommen.

Früher war alles besser

Konnte man damals beim Flanieren für kleines Geld viel erstehen, ähnelt es heute einem Besuch beim schwedischen Kleidungsausstatter. Mit drei Artikeln hat man die sechzig Euro Marke geknackt. Der Wandel der Zeit hat nicht nur den Flohmarkt, sondern auch sein Publikum geprägt.

Die drei Flohmarktbesucher

Drei Charaktere haben sich hierbei herausgebildet:

1.) Der Tourist

Wer weiß, wann er wieder zur Steppvisite in der Hauptstadt verweilt. „Scheiß auf den Preis!“, denkt er sich. Er ahnt nicht, dass nicht jede Großstadt teuer ist. Des Weiteren braucht er ein Andenken und wenn er dies hier kauft, hat es wirklich NIEMAND.

2.) Der Sparfuchs aus der Volksbank – und Raiffeisenbank Werbung, der gelegentlich auch zum kleinen Preis in der Spee Werbung auftritt

Er hat ein wenig Geld gespart und ist gewillt es auszugeben. Für ihn gilt: „ Wenigstens einmal muss ich mir hier was kaufen.“

3.) Der Frustesser

Er kommt häufig und gerne mit, obwohl doch Sonntag ist. Einiges Gerümpel sagt ihm auch zu, schließlich reiht er sich wieder in die Gulaschschlange ein. Alle Emotionen und Begleiterscheinungen, die der Kaufrausch mit sich bringt, können dennoch nicht aufkommen. Die Vernunft hat den Schleier des „ganz schnell wieder Vergessens“ über alle erstehenswerte Dinge ausgebreitet. Was soll´s eigentlich ist er nur zum Essen da.

Sie alle versammeln sich hier jeden Sonntag, trotzen jedem Wetter in jeder Jahreszeit.

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, doch wie so oft im Leben ist es die eine Gemeinsamkeit die sie immer wieder packt und treibt.

Es ist die Klarheit.

Darüber, dass das einzig Wahre nicht das einzig Wahre wäre, wenn es nicht seinen Preis hätte. Und hierbei geht es nicht um den Krempel.

Man spricht von dem imaginären Preis, den es dein Gemüt kostet sonntags aufzustehen, dich anzuziehen und das Haus zu verlassen. Hat man sich aufgerafft und das nötige zusammengekratzt geht´s los.

Ein atemberaubender Spaziergang durch Bilderwelten, die entstehen wenn man mit dem Produkt in Kontakt kommt. Seltsame Gestalten, Menschen gesehen bei Facehunter.

Geschichte trifft Wirklichkeit. Sie laufen, wie eine Diashow vor deinem Auge ab. Besser kann man eine Produktbindung nicht erzeugen. Bewunderung gilt jenen, die dahinter stehen. Im Nachhinein hat man gerne bezahlt für Möbel die man nicht haben wollte, Essen auf das man nur Lust nicht Appetit hatte, Klamotten, die schon durch 100 Hände gingen, die sicherlich 50 Omis gehörten. Eben einfach für einen schönen Tag.

Und ein paar nette Dinge haben wir auch für wenig Geld bekommen.




Mauerparkimpressionen





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